Zemmler Pro SerieWarum das digitale Servicekonzept mehr ist als ein Upgrade

Eine Siebanlage hat einen Stillstand.
Der Betreiber meldet sich telefonisch, um das Problem ausführlich zu schildern. Der Techniker macht sich auf den Weg, stellt jedoch vor Ort fest, dass er das falsche Ersatzteil mitgebracht hat. Nach zwei Tagen ist die Maschine wieder in Betrieb.
Zwei Tage Stillstand, die bei einer Siebleistung von 30 bis 100 m³/h echte Umsatzausfälle bedeuten.

Dies ist eine alltägliche Situation für viele Unternehmen, die auf traditionelle Siebanlagen ohne digitale Infrastruktur setzen. Diese Maschinen speichern ihre Betriebsdaten intern, sodass der Standort oft unklar bleibt, und Probleme erst erkannt werden, wenn es bereits zu spät ist.

Die Zemmler Pro Serie, welche die MS 16 Pro und MS 36 Pro umfasst, verfolgt einen anderen Ansatz. Anstatt eines optionalen GPS-Trackers wird ein vollständig integriertes digitales Servicekonzept geboten: Telemetrie, Fernwartung, Proemion-Portal, mobile Steuerung und Plug-&-Play-Service bilden ein durchgehendes System.

Hier erklären wir, was das konkret für Betrieb, Service und Rentabilität bedeutet.

Das Problem mit klassischen SiebanlagenWarum die Pro Serie anders ansetzt

Betriebsleiter von Siebanlagen stehen oft vor einem ähnlichen Problem: Die Maschine erledigt ihre Aufgaben, gibt jedoch nur wenige Hinweise darüber hinaus. Ist sie in Betrieb? Wie viele Betriebsstunden hat sie diese Woche erreicht? An welchem Standort befindet sie sich aktuell? Wann muss die nächste Wartung durchgeführt werden?

Bei traditionellen Anlagen ohne Telemetrie müssen solche Fragen meist durch einen persönlichen Besuch vor Ort oder durch die Analyse von Papierprotokollen geklärt werden. Mietparkbetreiber haben oft keinen genauen Einblick in die tatsächliche Nutzung ihrer Maschinen. Händler werden erst über Probleme informiert, wenn der Kunde anruft. Zudem hat der Techniker bei seiner Ankunft keine Vorkenntnisse über die Situation.

Die Pro Serie löst dieses grundlegende Informationsproblem. Nicht durch ein einzelnes Feature, sondern durch ein Systemdesign, das Konnektivität, Bedienbarkeit und Servicefreundlichkeit von Grund auf integriert.

Was ist die Pro Serie? MS 16 Pro und MS 36 Pro im Überblick

Die Pro Serie umfasst derzeit zwei Modelle:

Modell Siebfläche Siebleistung Gewicht Anschluss Fahrwerk
MS 16 Pro 11 m² bis 30 m³/h max. 3,5 t Elektrisch 16 A Radmobil
MS 36 Pro 23 m² bis 100 m³/h max. 7 t Elektrisch 32 A Raupenmobil

Beide Modelle teilen dasselbe technologische Grundprinzip: Die patentierte Doppeltrommel-Technologie mit Dreifraktionstrennung, vollständig elektrischen Antrieb, digitale Mobilsteuerung und das integrierte digitale Servicekonzept als verbindendes Element.

Die MS 16 Pro erhielt den iF Design Award 2026, was nicht nur ein Marketingaspekt ist.
Es demonstriert, dass sowohl die Funktion als auch das gesamte Produkt neu konzipiert wurden.

Das digitale ServicekonzeptTelemetrie als Herzstück

Was Telemetrie bei der Pro Serie wirklich bedeutet

Im Wesentlichen bezieht sich Telemetrie auf die Fernmessung. Bei der Pro Serie bedeutet das konkret, dass die Maschine ständig Betriebsdaten über ein eingebautes Kommunikationsmodul an ein Online-Portal übermittelt. Dadurch wird zum ersten Mal echte Transparenz in Bezug auf den Zustand der Maschine, die Nutzungshäufigkeit und potenzielle Probleme ermöglicht.

Was die Pro Serie von einem einfachen GPS-Tracker unterscheidet, ist der Umfang dieser Daten. Ein GPS-Tracker sagt, wo die Maschine steht. Das Telemetrie-System der Pro Serie sagt, wie die Maschine arbeitet:

Das ist der Unterschied zwischen einem Tracker und einem digitalen Servicekonzept: Der Tracker zeigt Position.
Das Servicekonzept zeigt den Zustand und macht vorausschauenden Service überhaupt erst möglich.

Das Zemmler-Proemion-PortalWas Sie sehen, steuern und auswerten können

Alle Telemetriedaten laufen im Zemmler-Proemion-Portal zusammen, einem webbasierten Dashboard, das für Betreiber, Händler und Vermieter individuell konfigurierbar ist.

Das Portal zeigt eine Übersicht aller Maschinen mit Seriennummer, aktuellem Status und Standort. Wer mehrere Pro-Serie-Anlagen betreibt oder vermietet, hat hier erstmals ein zentrales Steuerungsinstrument – kein Telefonieren, kein Tabellenpflegen, keine Papierprotokolle.

Für jede einzelne Maschine sind abrufbar:

Der aktuelle Standort jeder Maschine wird in Google Maps angezeigt und kann bei Bedarf mit Dritten geteilt werden. Das macht das System gleichzeitig zu einem aktiven Diebstahlschutz: Verlässt eine Maschine unberechtigt ihren Standort, ist das sofort sichtbar.

Das Portal ist kein starres System. Nutzer können eigene Berichte erstellen, individuelle Übersichten definieren und das Dashboard nach ihren Anforderungen gestalten, für Geschäftsführer, Disponenten und Servicetechniker jeweils anders konfigurierbar.

Der vielleicht wichtigste Aspekt für den Servicealltag: Über das Portal können Händler und Hersteller aus der Ferne auf die Maschine zugreifen, um Diagnosen zu stellen, ohne physisch anwesend sein zu müssen.
Was das bedeutet, wird im Abschnitt zu den Nutzergruppen noch konkreter.

Zemmler stellt Händlern, Endkunden und Vermietern kostenlosen Zugang zum Zemmler-Proemion-Portal für 60 Monate zur Verfügung, das heißt für insgesamt fünf Jahre ab dem Start der Nutzung. Dies ist kein Probeabo und der komplette Funktionsumfang ist sofort verfügbar.

Nach Ablauf der 60 Monate können Nutzer die Dienste kostenpflichtig weiterführen. Die Entscheidung fällt dann auf Basis echter Nutzungsdaten. Wer das Portal fünf Jahre genutzt hat, weiß genau, welchen Wert es für seinen Betrieb hat.

Für wen das digitale Portal den größten Nutzen bringt

Das System ist bewusst für drei unterschiedliche Nutzergruppen ausgelegt:

Mietparks und Vermieter

Abrechnung basierend auf tatsächlichem Gebrauch anstelle von Kalenderwochen, da die Betriebsstunden exakt täglich erfasst werden. Dadurch entfallen Diskussionen über vermeintliche Nutzungszeiten. Hinzu kommt das Flottenmanagement: Wo befindet sich welche Maschine, wie ist die Auslastung, und wann steht die nächste Wartung an?

Händler und Servicepartner

Für Händler ist das Telemetrie-System ein Werkzeug zur Kundenbindung, sie sind näher dran an ihren Kunden als je zuvor. Händler sehen den Maschinenstatus ihrer Kunden, können bei aktiven Fehlern proaktiv reagieren und Serviceeinsätze gezielt vorbereiten. Der Techniker weiß vor der Anreise, was ihn erwartet und bringt das richtige Ersatzteil mit.

Betreiber und Lohnunternehmer

Für Betreiber ist die Summe aller Vorteile am direktesten spürbar. Eine frühzeitige Fehlererkennung minimiert ungeplante Stillstände, und der Verwaltungsaufwand wird durch digitale Wartungsnachweise reduziert. Wartungsintervalle basieren nun auf tatsächlichen Betriebsstunden, nicht mehr nur auf Schätzungen oder Kalenderdaten. Bei einem Servicebedarf können viele Probleme durch Ferndiagnosen gelöst werden, was Servicekosten und Wartezeiten auf einen Techniker spart. Ein Betreiber, der mit den Daten seiner Anlage vertraut ist, kann fundiertere Entscheidungen treffen. Eine Siebanlage mit weniger Ausfallzeiten ist natürlich profitabler.

Mobilsteuerung statt SchaltschrankDie neue Art, eine Siebanlage zu bedienen

Touchdisplay, Dark Theme und vordefinierte Siebprogramme

Traditionelle Siebanlagen beinhalten einen Schaltschrank, der Schalter, Relais und Leitungen enthält und ein integraler Bestandteil der Maschine ist. Bei Störungen stellt dieser Schrank oft eine Herausforderung dar.

Bei der Pro Serie ersetzt Zemmler diesen Schaltschrank vollständig durch eine digitale Mobilsteuerung mit Touchdisplay.
Die Steuerung bringt alles mit, was früher im Schaltschrank verbaut war, aber kompakter, robuster und mit einem Bedienkonzept, das für den Baustellenalltag entworfen wurde.

Das Display verwendet ein dunkles Design, das durch eine dunkle Hintergrundbeleuchtung die Lesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung, Staub und schlechten Sichtverhältnissen verbessert. Die Hardware ist speziell für anspruchsvolle Umgebungen entwickelt worden und widersteht Vibrationen, Spritzwasser, Temperaturschwankungen und Staub.

Der Maschinenführer hat alles im Blick: Alle wichtigen Informationen befinden sich auf einem Bildschirm. Es ist nicht mehr nötig, Schalterstellungen zu deuten oder Anzeigen an verschiedenen Maschinenteilen abzulesen.

Voreingestellte Siebprogramme sorgen für einen konsistenten Betrieb. Der Bediener wählt einfach das entsprechende Material aus und startet das Programm, während Trommel, Förderbänder und Drehzahlen entsprechend den gespeicherten Vorgaben automatisch ablaufen. Häufige Arbeiten können als benutzerdefinierte Programme gespeichert werden, was Bedienfehler minimiert, eine konstante Siebleistung gewährleistet und einen echten Ein-Personen-Betrieb per Fernbedienung ermöglicht.

Was der Wegfall des Schaltschranks konkret bedeutet

Der neue Ansatz zur Bedienung hat weitreichende Auswirkungen, die über die Benutzerschnittstelle hinausgehen. Ohne die Notwendigkeit eines traditionellen Schaltschranks wird ein Hauptproblem in Bezug auf Fehler und Wartung eliminiert:

Die Abhängigkeit von Elektrofachpersonal für Störungsdiagnosen wird damit systematisch reduziert. Das ist besonders relevant für Betriebe, die an wechselnden Standorten ohne feste Servicenähe arbeiten.

Plug & Play: Servicefreundlichkeit als SystemprinzipBandwechsel in drei Schritten – ohne Elektriker

Plug & Play ist bei der Pro Serie kein Marketingbegriff für den Betrieb der Anlage. Es beschreibt das Prinzip für Service, Montage und Wartung.

Im Wesentlichen bedeutet dies, dass Förderbänder in drei einfachen Schritten komplett entfernt werden können. Das System benötigt keine Elektriker oder spezielles Werkzeug, es genügt der mechanische Einbau und Anschluss. Das gleiche Prinzip gilt für alle anderen elektrischen Teile. Diese werden einfach eingesteckt und müssen nicht verkabelt werden.

Was das im Servicealltag verändert:

Die großen Wartungsklappen sind ein weiterer Ausdruck derselben Philosophie: Zugänglichkeit als Designprinzip.
Weit öffnende Türen, direkte Sicht auf alle Wartungspunkte, keine Demontage anderer Bauteile für Routinewartungen erforderlich.

Riemenantrieb statt Kettenantrieb: 10.000 Stunden wartungsfrei

Beim Trommelantrieb setzt die Pro Serie auf Riemenantrieb statt Kettenantrieb, eine technische Entscheidung mit handfesten Wartungskonsequenzen:

Wenn man von einer jährlichen Nutzung von 1.000 Betriebsstunden ausgeht, bedeutet dies, dass der Trommelantrieb zehn Jahre lang ohne Eingriff funktioniert hat. Dies hat signifikante Auswirkungen auf die Wartungsplanung und die Servicekosten.

Diese Vorteile werden ergänzt durch dezentrale Frequenzumrichter, die eine bessere Kühlung bieten als zentrale Systeme, und eine Überlastabschaltung am Förderband, die verhindert, dass es bei Blockierungen zu Maschinenschäden kommt.

Antrieb: Vollektrisch oder autark

die Pro Serie ist beides

Die Modelle der Pro Serie sind primär für den elektrischen Betrieb konzipiert. Der MS 16 Pro benötigt einen 16 A Netzanschluss, während der MS 36 Pro einen 32 A Anschluss erfordert. Beide Modelle sind wartungsarm, erzeugen keine Emissionen und sind besonders effizient im regelmäßigen Standbetrieb.

Für Anwendungen an Orten ohne Stromanschluss, auf abgelegenen Baustellen, in netzfernen Gebieten oder bei ständig wechselnden Standorten, kann ein Dieselaggregat als Option genutzt werden. Der Dieselmotor erzeugt hierbei den benötigten Strom, um die elektrischen Geräte zu betreiben. Es werden keine hydraulischen Komponenten eingesetzt, das System bleibt vollständig elektrisch, lediglich die Quelle der Energie ändert sich.

Das Ergebnis: Mobilität ohne Hydraulikverluste, mit einem deutlich geringeren Dieselverbrauch im Vergleich zu herkömmlichen diesel-hydraulischen Systemen. Zudem entstehen keine lokalen Emissionen, selbst im Generatorbetrieb, was den Einsatz in Innenräumen und städtischen Gebieten ermöglicht.

Die Kombination aus vollelektrischer Grundkonfiguration und optionaler Dieselalternative macht die Pro Serie zur flexibelsten Antriebskonfiguration im Zemmler-Sortiment. Eine Anlage, die an einem festen Standort vom Netz läuft und auf der Baustelle autark ist.

Fazit

Die Zemmler Pro Serie ist keine gewöhnliche Maschinenlinie mit einem Telemetrie-Modul als Aufpreis-Option. Sie ist der Versuch, das gesamte Betriebskonzept einer Siebanlage neu zu denken, von der Bedienung über den Service bis zur Maschinenverwaltung.

Das digitale Servicekonzept mit Telemetrie, GPS, Fernwartung und Proemion-Portal macht aus einer Maschine ein vernetztes, aktiv managebares Arbeitsgerät. Die Mobilsteuerung mit Touchdisplay ersetzt den fehleranfälligen Schaltschrank durch ein robusteres, einfacher zu beherrschendes System. Das Plug-&-Play-Prinzip macht Wartung und Service unabhängiger von Fachpersonal. Der Riemenantrieb bietet mit 10.000 Stunden wartungsfreiem Betrieb einen wesentlichen Vorteil, indem er einen der häufigsten Wartungspunkte herkömmlicher Systeme eliminiert.

Für Mietparks bedeutet das: echte Betriebsdaten statt Schätzungen. Für Händler: proaktiver Service statt reaktiver Einsatz. Für Betreiber: weniger Stillstand, mehr Kontrolle, geringere Gesamtkosten.

Wer eine Siebanlage als langfristige Investition betrachtet und nicht nur als Maschine, die heute läuft, wird in der Pro Serie eine andere Kategorie finden.

Inhaltsverzeichnis
Nach oben scrollen
Ihre Kontaktdaten