Das Grundproblem, das mobile Siebanlagen lösen
Wer dieses Mischgut ungetrennt entsorgt, zahlt Entsorgungspreise für Material, das eigentlich wertvoll wäre. Wer es zur zentralen Aufbereitungsanlage fährt, zahlt Transport hin und zurück. Wer es liegen lässt, hat ein Platz- und Logistikproblem.
Was genau ist eine mobile Siebanlage?
Eine mobile Siebanlage ist eine anhängbare Maschine, die Schüttgüter mechanisch nach Korngröße trennt.
Das Aufgabegut wird in einen Beschickungstrichter eingefüllt, durchläuft rotierende Siebtrommeln und wird in mehrere Fraktionen aufgeteilt. Diese Fraktionen – Feinkorn, Mittelkorn, Überkorn, landen auf separaten Austragebändern und können direkt weiterverwendet werden.
Trommelsieb statt Flachsieb und warum das im Außeneinsatz entscheidend ist
Mobile ZEMMLER® Siebanlagen für den Bau- und Recyclingeinsatz, arbeiten ausschließlich mit unserer patentierten Doppeltrommel-Technologie. Der Grund ist praktisch: Flachsiebe, bei denen das Material über eine vibrierend geneigte Fläche läuft, neigen bei feuchtem, klebrigem oder organischem Aufgabegut schnell zum Zusetzen.
Nasse Erde, Kompost mit hohem Feuchtigkeitsgehalt oder lehmiger Untergrundaushub bringt einen Flachsieb binnen Minuten zum Stillstand.
Doppeltrommel-Siebanlagen hingegen führen das Material durch eine sich drehende, zylindrische Trommel.
Die Rotation hält die Siebfläche permanent in Bewegung, Verklebungen haben daher kaum eine Chance.
Das macht Doppeltrommel-Siebanlagen deutlich robuster im Alltagsbetrieb. Sie funktionieren zuverlässig auch bei schwierigem, feuchtem oder grobem Aufgabegut.
Das Prinzip der Doppeltrommel: Drei Fraktionen, ein Durchgang
Einfache Trommelsiebanlagen arbeiten mit einer einzigen Siebtrommel und erzeugen zwei Fraktionen: Material, das durch die Maschen fällt, und Material, das am Ende der Trommel ausgeworfen wird.
Feinfraktion (0–10 mm):
Das feinste, oft wirtschaftlich wertvollste Endprodukt, ist als Mutterboden, Komposterde oder bei anderen Materialien und Rohstoffen als feines Substrat, zum Beispiel als Betonzusatz verwendbar
Mittelfraktion (10–50 mm):
Vielseitig einsetzbar für Frostschutz- oder Verfüllmaterial, Geländeausgleich und Tragschichten, Bio-Brennstoffe für Biogasanlagen und Heizkraftwerke, oder eine erneute Kompostierung
Grobfraktion (ab 50 mm):
Grobes Material, das entweder zurück zum Brecher geht oder energetisch verwertet wird




Was mobile Siebanlagen wirtschaftlich leisten
Kosten sparen auf drei Ebenen gleichzeitig
Der wirtschaftliche Nutzen einer mobilen ZEMMLER® Siebanlage entfaltet sich auf mehreren Ebenen gleichzeitig, das ist der Grund, warum die Investition in vielen Betrieben schneller zurückfliesst, als anfangs erwartet:
Ebene 1 – Entsorgungskosten
Sauber getrenntes nicht verwertbares Material ist günstiger zu entsorgen als unsortierter Abfall.
Wer beispielsweise anschließend das Feinkorn als Mutterboden weiterverwendet und Mittelkorn als Tragschicht einsetzt, hat schlicht weniger zu entsorgen.
Ebene 2 – Transportkosten
Ebene 3 – Zukaufmaterial
Wer aus Biomasse Komposterde herstellt oder aus Bauschutt Tragschichtmaterial für den Straßenbau oder als Betonzusatz gewinnt, reduziert den Bedarf an Primärrohstoffen. Bei größeren Projekten kann dies zu erheblichen Einsparungen führen.
Aus Abfall wird Wertstoff: Die Erlösseite
Für welche Materialiensind Siebanlagen geeignet?
| Material | Typische Trennkorngrößen | Häufigste Weiterverwendung |
|---|---|---|
| Erdaushub / Boden | 10 mm, 20–25 mm | Mutterboden, Geländeauffüllung |
| Bauschutt / Betonbruch | 20–45 mm, 45–100 mm | RC-Tragschicht, Recyclingbeton |
| Kompost / Biomasse | 10 mm, 30–50 mm | Komposterde, Biogas, Brennstoff |
| Grünschnitt / Grüngut | 10–15 mm, 40–50 mm | Kompostierung, Energieerzeugung |
| Holz / Hackschnitzel | 20–40 mm, 60–80 mm | Brennstoff, Mulch, Energieholz |
| Kies / Schotter | variabel | Baustoff, Drainageschicht |
| Asphaltfräsgut | 8–50 mm | Asphaltmischgut, Unterbau |
| Reitboden / Kunstrasen | variabel | Platz-Sanierung, Wiederverwertung |
Einsatzgebiete im Überblick
Tiefbau und Erdbau
Im Tiefbau ist die Bodenaufbereitungen allgegenwärtig. Kanalbauten, Fundamentaushübe, Leitungsverlegungen, überall entsteht Material, das entweder aufbereitet oder deponiert wird.
Wer eine mobile Siebanlage einsetzt, trennt dieses Material direkt auf der Baustelle und spart doppelt. Entsorgungskosten sinken und sauberes Füllmaterial muss nicht neu beschafft werden.
Bei Projekten im urbanen Raum kommt der Vorteil reduzierter Lastwagenfahrten dazu, ein Argument, das bei kommunalen Ausschreibungen zunehmend gefordert wird.
Garten- und Landschaftsbau
Recycling und Kreislaufwirtschaft
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) verlangt die Verwertung vor der Beseitigung. Für Recyclingunternehmen ist das Sieben deshalb häufig die effizienteste Methode, dieser Pflicht nachzukommen. Baustoffe, Holz, Metal, Abfall & Ersatzbrennstoffe – sauber fraktioniert entstehen daraus Sekundärrohstoffe mit echtem Marktwert.
Kommunen, Kompostierung und Landwirtschaft
Kommunale Grüngutanlagen und Kompostierungsbetriebe sieben Grünschnitt und Biomasse vor und nach der Verrottung, für gleichmäßigere Rotte, bessere Kompostqualität und ein homogeneres Endprodukt, das sich besser vermarkten lässt.
In der Landwirtschaft helfen mobile Siebanlagen, steinreiche Böden zu verbessern und die Grundlage für gesundes Pflanzenwachstum zu steigern.
Spezialanwendungen: Reitboden, Kunstrasen, Golfplätze
Eine unterschätzte Stärke kleinerer mobiler Siebanlagen: Sie eignen sich auch für Spezialanwendungen mit Sondermaterialien, bei denen exakte Korngrößen entscheidend sind. Reitböden müssen regelmäßig von Verunreinigungen befreit werden, Kunstrasen-Granulat lässt sich nach dem Rückbau aufbereiten und wiederverwenden, Sandmischungen auf Golfplätzen und Spielplätzen erfordern definierte Körnergrößen. Kompakte Anlagen mit fein einstellbaren Siebbelägen decken genau diese Anforderungen ab.
Die fünf Zemmler-Modelle und für wen sie sich eignen
ZEMMLER® bietet fünf mobile Siebanlagen an, die von kompakter Alltagstauglichkeit bis hin zur industriellen Hochleistungsklasse reichen. Die richtige Wahl hängt nicht vom Modellnamen ab, sondern von drei Faktoren: Materialvolumen, Geländebedingungen und Antriebspräferenz.
MS 16 Pro: Leicht, elektrisch, sofort einsatzbereit
Die MS 16 Pro ist das leichteste Modell im Sortiment und genau das ist ihr stärkster Praxisvorteil. Mit maximal 3.500 kg lässt sie sich mit einem handelsüblichen SUV oder Kleintransporter ziehen. Keine Sondergenehmigung, kein Spezialtransport, keine Vorlaufzeit.
Die MS 16 Pro ist außerdem die einzige Anlage im Sortiment, die explizit für Spezialanwendungen wie Reitböden, Kunstrasen-Recycling, Spielplätze und Golfplätze ausgelegt ist.
Passt zu:
GaLaBau-Betrieben, kommunalen Bauhöfen, Grüngutanlagen wie Wertstoff- und Komposthöfen, Reitanlagen, kleineren Recyclingunternehmen. Projekte bis ca. 5.000 m³/Jahr.
MS 3200: Die Mittelklasse für regelmäßigen Betrieb
Die MS 3200 ist radmobil und verdoppelt gegenüber der MS 16 Pro sowohl Siebfläche als auch Durchsatz: 18 m², bis zu 60 m³/h. Der elektrische Antrieb (32 A) hält den Betrieb energieeffizient, optional ist ein Dieselaggregat verfügbar. Mit 9.500 kg Gesamtgewicht ist sie noch ohne Schwertransport bewegbar, braucht aber ein entsprechendes Zugfahrzeug.
Passt zu:
Mittelständischen Bau- und Recyclingbetrieben mit konstantem Materialdurchsatz, wechselnden Baustellen und Projektgrößen zwischen 5.000 und 20.000 m³/Jahr.
MS 36 Pro: Geländestark mit industriellem Durchsatz
Die MS 36 Pro kombiniert echte Geländetauglichkeit mit hohem Durchsatz, eine Kombination, die in der Praxis selten ist. Das Raupenfahrwerk ermöglicht den Einsatz auf weichem Untergrund, Schotterpisten und schwierigem Gelände, auf dem radmobile Anlagen scheitern würden.
Passt zu:
Großen Bau-, Abbruch- und Recyclingprojekten, Betrieben mit wechselnden und anspruchsvollen Standorten, überall dort, wo hoher Durchsatz und Geländegängigkeit gleichzeitig gefragt sind.
MS 5200: Wenn Volumen zur Hauptanforderung wird
Die MS 5200 ist der Übergang in die Schwermaschinenklasse. Mit 47 m² Siebfläche
und bis zu 150 m³/h Durchsatz ist sie für kontinuierlichen Großbetrieb ausgelegt.
Sie ist sowohl als Rad- als auch als Raupenvariante erhältlich, je nach Einsatzszenario. Der Antrieb ist diesel-hydraulisch, alternativ in diversen Kombivarianten (diesel-elektrisch, elektro-hydraulisch, rein elektrisch) verfügbar.
Passt zu:
Industriellen Recyclingwerken, Kies- und Sandhandel, Großbauprojekten mit dauerhaftem Siebbedarf, Betrieben ab ca. 50.000 m³/Jahr.
MS 6700-R: Die Hochleistungsklasse für Dauerbetrieb
Die MS 6700-R ist das leistungsstärkste Modell: 63 m² Siebfläche, bis zu 180 m³/h Durchsatz, Raupenfahrwerk, diesel-hydraulischer Antrieb, bis zu 24 t Gewicht.
Sie ist für Standorte ausgelegt, an denen maximaler Durchsatz über lange Zeiträume gefragt ist – Kieswerke, Steinbrüche, Deponieranlagen, Großrecyclingbetriebe.
Passt zu:
Dauerbetrieb in der Industrie, überall dort, wo weniger Flexibilität, dafür aber maximale Kapazität entscheidend ist.
Modelle im direkten Überblick
| Modell | Siebfläche | Siebleistung | Gewicht | Antrieb | Fahrwerk |
|---|---|---|---|---|---|
| MS 16 Pro | 11 m² | bis 30 m³/h | max. 3,5 t | Elektrisch 16 A | Radmobil |
| MS 3200 | 18 m² | bis 60 m³/h | max. 9,5 t | Elektrisch 32 A | Elektrisch 32 ARadmobil |
| MS 36 Pro | 23 m² | bis 100 m³/h | max. 7 t | Elektrisch 32 A | Raupenmobil |
| MS 5200 | 47 m² | bis 150 m³/h | max. 20 t | Diesel-hydraulisch | Rad & Raupe |
| MS 6700-R | 63 m² | bis 180 m³/h | max. 24 t | Diesel-hydraulisch | Raupenmobil |
Praxisbeispiel: MS 5200im Allwetter-Einsatz
Der Grund liegt in der Doppeltrommel-Technologie
In der Doppeltrommel brechen die Vierkantstäbe der Innentrommel Verklumpungen aktiv auf, bevor das Material die Außensiebe erreicht. Gleichzeitig sorgt die konstruktive Bewegung der Siebbeläge für eine kontinuierliche Selbstreinigung, das Material hat schlicht keine Chance, sich dauerhaft festzusetzen. Feuchtigkeit, die für konventionelle Systeme ein Stoppsignal ist, ist für die Doppeltrommel ein normaler Betriebszustand.
Was dieses Beispiel zeigt: Allwettertauglichkeit ist kein Marketingversprechen, sondern eine direkte Folge der Maschinentechnik. Wer in Regionen oder Branchen arbeitet, in denen Betriebsunterbrechungen durch Witterung echte Kostenrisiken sind, bekommt mit der MS 5200 eine Anlage, die genau für diese Situationen gebaut wurde.
Kaufen, mieten oder gebraucht – drei Wege zur richtigen Anlage
Wann sich der Kauf rechnet
Ein Kauf amortisiert sich, wenn die Anlage regelmäßig läuft. Als Faustregel gilt: Wer eine mobile Siebanlage an mehr als 80–100 Tagen pro Jahr benötigt, fährt mit dem Kauf langfristig günstiger als mit Miete – vorausgesetzt, Wartung und Lagerhaltung sind einkalkuliert. Kaufen lohnt außerdem, wenn das Material oder die Projekte so spezifisch sind, dass eine maßgeschneiderte Konfiguration (Siebbeläge, Antriebsart, Zubehör) entscheidend für die Ergebnisqualität ist.
Wann Mieten die klügere Wahl ist
Siebanlagen mieten macht Sinn, wenn der Bedarf projektbezogen und zeitlich befristet ist, wenn verschiedene Projektgrößen unterschiedliche Maschinenklassen erfordern, oder wenn das verfügbare Kapital anderswo sinnvoller eingesetzt ist. Ein weiterer Vorteil: Wartung, Lagerung und technischer Service liegen beim Vermieter. Wer einmal pro Jahr ein großes Aushubprojekt hat, braucht keine eigene Maschine.
Gebrauchtmaschinen: Chancen und worauf man achten muss
Geprüfte Gebrauchtmaschinen bieten eine wirtschaftlich attraktive Alternative zum Neukauf, besonders für Betriebe, die einen regelmäßigen Siebbedarf haben, aber das Budget für eine Neuanlage (noch) nicht aufbringen wollen. Wichtig beim Gebrauchtkauf: Betriebsstunden dokumentiert? Siebbeläge geprüft? Ersatzteilversorgung durch den Hersteller noch gesichert? Eine Anlage, für die keine Ersatzteile mehr lieferbar sind, ist kein Schnäppchen. ZEMMLER® bietet geprüfte Gebrauchtmaschinen an, die sofort einsatzbereit sind.
Mobile vs. stationäre Siebanlage: Wann welche Lösung passt
Für viele Unternehmen ist die Kombination aus beidem sinnvoll: eine mobile Anlage für die Außenprojekte, eine stationäre Siebanlage für den zentralen Einsatzort. Die Entscheidung für oder gegen eine mobile Anlage ist eine Frage der Betriebsstruktur:
Mobile Siebanlage ist die richtige Wahl, wenn:
- der Einsatzort wechselt oder unregelmäßig ist
- das Material nicht sinnvoll zentralisiert werden kann
- Investitionskosten begrenzt gehalten werden sollen
- Flexibilität für verschiedene Materialarten und Projekte gefragt ist
Stationäre Siebanlage ist die richtige Wahl, wenn:
- ein dauerhafter, zentraler Aufbereitungsstandort besteht
- sehr hohe Durchsätze über lange Zeiträume erforderlich sind
- die Anlage in eine feste Prozesskette integriert wird
- maximale Wirtschaftlichkeit pro Tonne das primäre Ziel ist
Die Hybridvariante: Mobil-modulare Systeme als dritter Weg
Die Gegenüberstellung „mobil vs. stationär“ ist eigentlich zu einfach gedacht. In der Praxis entsteht gerade ein dritter Weg, der beide Welten verbindet und für viele Betriebe interessanter ist als entweder/oder: das mobil-modulare Aufbereitungskonzept.
Das Prinzip: Statt einer einzigen mobilen Maschine oder einer fest verbauten stationären Anlage werden mehrere spezialisierte mobile Maschinen nach dem Baukastenprinzip zu einem aufeinander abgestimmten System kombiniert.
Jede Maschine übernimmt ihren definierten Aufbereitungsschritt – Zerkleinerung, Siebung, Windsichtung, Magnetabscheidung und zusammen ergeben sie eine leistungsfähige Prozesskette, die auf wechselnde Materialien und Volumina reagieren kann.
Was das mobil-modulare Konzept gegenüber klassischen Alternativen auszeichnet:
- Geringeres Investitionsvolumen – weil Standardmaschinen kombiniert werden, keine Sonderkonstruktion entsteht
- Geringes Investitionsrisiko – jede Einzelmaschine ist eigenständig nutzbar und am Markt verwertbar
- Maximale Flexibilität – Ändert sich der Materialstrom, werden die Komponenten einfach neu kombiniert
- Schnelle Reaktionsfähigkeit auf regulatorische Änderungen und neue Anforderungen
- Wirtschaftliche Einstiegsmöglichkeit auch für kleine und mittlere Materialmengen
Dokumentierte Praxisbeispiele zeigen, dass mobil-modulare Konzepte die Entsorgungskosten der Betreiber um bis zu
30 – 40 % senken können – ein Wert, der im Einzelmaschinenvergleich kaum erreichbar ist.
Typische Fehler bei Auswahl und Betrieb
Fehler 1: Das Volumen zu optimistisch kalkulieren
Wer eine Anlage für 100 m³/h kauft, aber im Schnitt nur 20 m³/h verarbeitet, hat zu viel investiert. Die Kalkulation sollte auf dem realistischen Jahresdurchschnitt basieren, nicht auf dem Spitzenwert eines Einzelprojekts.
Fehler 2: Gelände und Untergrund nicht im Vorfeld prüfen
Radmobile Anlagen kommen auf weichem Untergrund oder steilem Gelände schnell an ihre Grenzen. Wer häufig auf schwierigen Böden arbeitet, braucht Raupenfahrwerk, auch wenn die Anlage dadurch etwas teurer wird.
Fehler 3: Maschenweiten nicht auf das Material abstimmen
Die falsche Maschenweite kostet Durchsatz und Qualität. Zu feine Siebe bei feuchtem Material verstopfen schnell; zu grobe Siebe liefern minderwertige Fraktionen. Wechselbare Siebbeläge sind kein Komfort, sondern notwendige Grundausstattung.
Fehler 4: Verwertungswege der Fraktionen nicht vorab klären
Drei Fraktionen zu erzeugen nützt wenig, wenn für zwei davon kein Abnehmer und kein Verwendungszweck existiert. Der Vermarktungsweg für jede Fraktion muss vor dem ersten Siebdurchgang feststehen.
Fehler 5: Wartungsaufwand unterschätzen
Siebbeläge, Förderbänder und Lager sind Verschleißteile. Wer keine Wartungsstrategie hat und keine Ersatzteile vorrätig hält, riskiert ungeplante Ausfälle in Hochlastphasen. Anlagen mit Telemetrie ermöglichen vorausschauende Wartung – ein Vorteil, den man nutzen sollte.
Praxisteil: So treffen Sie die richtige Entscheidung
Welches Material soll gesiebt werden?
Erde, Bauschutt, Kompost, Holz, Kies? Feuchtigkeitsgehalt und Störstoffanteil bestimmen Anlagenanforderungen und Siebbelagwahl.
Wie viel Volumen fällt pro Jahr an?
Jahresvolumen in m³ schätzen, auf Betriebstage herunterrechnen, daraus den erforderlichen Stundendurchsatz (m³/h) ableiten. Das bestimmt die Modellklasse.
Wie sind die Geländebedingungen?
Fester Untergrund → radmobil reicht. Weicher, unebener Untergrund → Raupenfahrwerk erforderlich.
Gibt es vor Ort Stromanschluss?
Ja → elektrischer Antrieb ist wartungsärmer und günstiger im Betrieb. Nein → Dieselaggregat oder Akkupack einplanen.
Welche Fraktionen werden benötigt, und wohin?
Drei Fraktionen definieren, Maschenweiten festlegen, Verwertungswege für jede Fraktion klären, bevor die Anlage kommt.
Kaufen, mieten oder gebraucht kaufen?
Auslastung über 12 Monate planen. Alle drei Optionen wirtschaftlich durchrechnen, inklusive Transport, Wartung und Kapitalkosten.
Checkliste: Was Sie vor dem 1. Siebdurchgang klären sollten
- Materialart, Feuchtigkeitsgehalt, Störstoffanteil dokumentiert
- Jahresvolumen und erforderliche Siebleistung (m³/h) berechnet
- Geländebedingungen bewertet (Rad vs. Raupe)
- Stromanschluss geprüft oder Alternativantrieb eingeplant
- Maschenweiten für alle Siebstufen festgelegt
- Verwertungswege für Feinkorn, Mittelkorn und Überkorn definiert
- Kaufen, mieten oder gebraucht kaufen durchgerechnet
- Testlauf mit eigenem Material beim Hersteller oder Händler vereinbart
- Ersatzteilversorgung und Wartungsvertrag geprüft
Häufige Fragen zumobilen Siebanlagen
Welche Maschenweite brauche ich für hochwertigen Mutterboden?
Für Mutterboden, der als Pflanzsubstrat oder Rasenboden eingesetzt wird, empfiehlt sich eine obere Maschenweite von 10 mm. Das ergibt ein feines, steinarmes Produkt. Für einfaches Füllmaterial reichen 20–25 mm. Die Maschenweite entscheidet direkt über den Marktwert des Endprodukts.
Kann ich mit einer mobilen Siebanlage auch nassen Boden verarbeiten?
Ja – Doppeltrommel-Siebanlagen sind dafür ausgelegt und deutlich robuster als Flachsiebe.
Sehr feuchtes, lehmiges Material setzt Siebbeläge schneller zu und reduziert den Durchsatz. In der Praxis empfiehlt sich entweder eine kurze Vorlagerung zur Vortrocknung oder der Einsatz etwas gröberer Maschenweiten. Wechselbare Siebbeläge ermöglichen diese Anpassung ohne Werkzeug.
Wie lange dauert der Aufbau einer mobilen Siebanlage auf einer neuen Baustelle?
Kompakte Modelle wie die MS 16 Pro sind in der Regel in unter einer Stunde betriebsbereit. Größere Anlagen mit Raupenfahrwerk brauchen etwas mehr Zeit für die Positionierung und Ausrichtung, sind aber ebenfalls innerhalb weniger Stunden einsatzfähig. Plug-&-Play-Technik und Mobilsteuerung beschleunigen den Aufbau erheblich.
Ist ein Ein-Mann-Betrieb möglich?
Was passiert mit dem Überkorn?
Lohnt sich eine mobile Siebanlage für Einzelprojekte?
Für ein echtes Einzelprojekt, das sich nicht wiederholt, ist Mieten fast immer wirtschaftlicher als Kaufen. Die Miete einer mobilen Siebanlage ist für viele Projektgrößen tages- oder wochenweise verfügbar.
Bei Projekten ab ca. 2.000–3.000 m³ Volumen ist der Einsatz einer Mietanlage gegenüber vollständiger Deponierung in der Regel deutlich günstiger.
Fazit
Mobile ZEMMLER® Siebanlagen sind eines der wirtschaftlich effektivsten Werkzeuge für alle, die regelmäßig mit Schüttgütern, Erdaushub oder Recyclingmaterial arbeiten. Sie senken Entsorgungskosten, reduzieren Transportwege, schonen Ressourcen und erschließen gleichzeitig Erlöse aus Materialien, die ohne Siebung als Abfall enden würden.
Die Modellwahl folgt einer klaren Logik: Volumen und Gelände entscheiden über Größe und Fahrwerk, Antrieb und Einsatzort über die Energieversorgung. Von der kompakten, GaLaBau-tauglichen MS 16 Pro mit 11 m² Siebfläche und 30 m³/h bis zur industriellen MS 6700-R mit 63 m² und 180 m³/h deckt das Zemmler-Sortiment jede Projektgröße und Anforderungskategorie ab.
Wer die sechs Fragen aus dem Praxisteil beantwortet hat, weiß, welche Anlage passt und ob Kaufen, Mieten oder ein geprüftes Gebrauchtmodell der richtige Weg ist. Der nächste Schritt ist ein Testlauf mit eigenem Material. Der Rest folgt von selbst.
